Founded by women - powered by women!
Das Potential von Geschlechtergleichheit für die Wirtschaft
Das IPD unterstützt viele kleine und mittelständische Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern, die von Frauen gegründet wurden und von ihnen erfolgreich geführt werden.
Die Entrepreneurinnen im IPD-Programm verantworten wirtschaftliches Wachstum in ihrer Region. Sie nutzen ihre Position, um Frauen und anderen marginalisierten Gruppen den Zugang zu formeller Beschäftigung zu ermöglichen und fördern Frauen im Unternehmen. Sie schützen die natürlichen Ressourcen, setzen sich für Nachhaltigkeitsstrategien und für Innovationen in ihrem Unternehmen ein. Und sie legen Wert auf eine gute Unternehmenskultur und fördern das Team.
Das IPD vernetzt die von Frauen geführten Unternehmen mit europäischen Einkäufer:innen, damit sie ihren Absatz erhöhen und ihren Exportumsatz langfristig steigern können. Dies ermöglicht es den Unternehmerinnen, neue Arbeitsplätze zu schaffen, Investitionskapital für den Ausbau ihres Unternehmens zu generieren sowie soziale und ökologische Projekte in ihren lokalen Communities zu unterstützen.
Lesen Sie hier Geschichten von den IPD Entrepreneurinnen, die beispielhaft das Potenzial von Frauen für Wachstum und Wirtschaftskraft zeigen.
Wirtschaftliches Wachstum
Wenn Menschen der Region von Wachstum und Innovation eines Unternehmens profitieren

„Mrembo Naturals“ aus Tansania produziert hochwertige kaltgepresste Öle, ätherische Öle und Pflanzenbutter für die Kosmetikindustrie. Die natürlichen Zutaten werden direkt von Kleinbauern bezogen. Das Unternehmen arbeitet mit mehr als 300 Bäuerinnen zusammen und bietet ihnen faire Preise, Schulungen zum ökologischen Landbau und einen stabilen Marktzugang.
Dieser Ansatz schafft nachhaltige Einkommensmöglichkeiten für die Bäuerinnen und gewährleistet gleichzeitig für „Mrembo Naturals“ eine konstante Versorgung mit hochwertigen Rohstoffen.
Was als kleine Idee begann, hat sich zu einem von Frauen geführten Unternehmen entwickelt, das Kleinbauern, insbesondere Frauen, mit realen Märkten verbindet, über 1.500 indirekte Arbeitsplätze schafft und Lebensgrundlagen verändert. Durch den wirtschaftlichen Erfolg von „Mrembo Naturals“ verdienen die Landwirte mehr, die Verluste nach der Ernte werden reduziert und die Familien gewinnen an Sicherheit.
„Mrembo Naturals“ überprüft seine Prozesse regelmäßig und optimiert sie. So verarbeitet das Unternehmen zum Beispiel die Rückstände der Minze aus der Produktion der ätherischen Öle zu Seife und anderen Produkten.
„Mein Ziel ist es zu beweisen, dass von Frauen geführte Unternehmen profitabel wachsen, Gemeinschaften stärken, den Planeten schützen und die Wirtschaft Afrikas von Grund auf neu gestalten können.“
Irene Simon
Gründer und CEO von „Mrembo Naturals“
Nachhaltigkeit
Zwei Seiten einer Medaille: Nachhaltiges Wirtschaften und wirtschaftliches Wachstum
„Sifora“ ist ein Unternehmen in Boyacá in Kolumbien, das Physalis und Passionsfrüchte produziert. Wo früher ausgelaugte Böden einer alten Eukalyptusplantage waren, befindet sich nun ein vielfältiges ökologisches System. Degradierte Böden wurden durch regenerative Praktiken wiederbelebt, die Fruchtbarkeit wiederhergestellt, die Wasserrückhaltung verbessert und das ökologische Gleichgewicht gestärkt.
Heute gehören 38 Mitarbeiter:innen und rund 25 indirekte Mitarbeiter:innen zum Team von „Sifora“. Es gibt eine vollständig zertifizierte Bio-Wertschöpfungskette, die die eigene Produktion, die Entwicklung lokaler Landwirte, die Verpackung von Frischprodukten, Verarbeitung von nicht exportfähigem Obst zu Snacks und den direkten Vertrieb in Europa umfasst. Dieses Modell gewährleistet eine nahezu abfallfreie Wertschöpfungskette.
Das Wachstum des Unternehmens und die damit verbundene wirtschaftliche Stabilität hat den Familien in der Region ermöglicht, ihren Kindern eine höhere Bildung zu ermöglichen, ihre Wohnverhältnisse zu verbessern und langfristig zu planen. Frauen, die früher vor allem in der Landarbeit eingesetzt wurden, leiten heute bei „Sifora“ Teams. Sie haben Entscheidungsgewalt auf operativer, leitender und strategischer Ebene.
»Wir stärken die Kompetenzen von unseren Mitarbeiterinnen, damit Frauen den Übergang von unterstützenden Tätigkeiten zu ländlichen Unternehmerinnen schaffen. Wenn Frauen eine Stimme und finanzielle Unabhängigkeit erlangen, verändert sich die Familiendynamik – das Selbstvertrauen wächst und die Gemeinschaften werden widerstandsfähiger. Wir sind überzeugt: Nachhaltigkeit und Geschlechtergerechtigkeit sind keine Kostenfaktoren – es sind Wettbewerbsvorteile.«
Angelica Niño Perez,
Leiterin Strategie und Nachhaltigkeit bei „Sifora"
Unternehmens- und Teamkultur
Die Bedeutung des Teams als Baustein des wirtschaftlichen Erfolgs
»Wenn man inmitten von Blumen aufwächst, lernt man, dass Schönheit kein Zufall ist. Sie erfordert Methode, Disziplin und echte Liebe zum Detail. Die Region Ambato in Ecuador ist bekannt für seine Blumen und Früchte, sie hat uns mit dieser einzigartigen Mischung aus fruchtbarem Boden, harter Arbeit und Stolz auf gut gemachte Arbeit geprägt.«
Silvia Reyes
Präsidentin von “Lucy Roses” (links im Bild)
“Lucy Roses”, ein Produzent von Rosen und Gartenrosen in Ecuador, wurde 2012 gegründet, aber es gibt bereits eine lange Familientradition im Blumenanbau. Heute wird das Unternehmen vollständig von Frauen geführt. Melissa Reyes ist Geschäftsführerin und Silvia Reyes ist Präsidentin.
Auf vier Hektar kultiviert „Lucy Roses“ seine Schnittblumen. Das Unternehmen ist ein Experte für Gartenrosen, die nicht nur anders aussehen, sondern auch anders behandelt werden müssen. Und hier kommen die Mitarbeiter:innen ins Spiel: 70 Prozent des Teams bestehen aus Frauen, die meisten von ihnen sind Familien aus der Region.
Melissa Reyes, CEO von “Lucy Roses” (rechts im Bild):
»Das sind Hände, die seit Jahren mit Blumen arbeiten, die den Rhythmus der Saison verstehen und wissen, wie wichtig es ist, ohne Ausreden Qualität zu liefern. Diese Kontinuität von Generation zu Generation ist für uns kein Slogan. Das ist Alltag auf der Farm.«
So überstand das Unternehmen schwierige Zeiten, beispielsweise als Proteste in Ecuador den Versand von Blumen unmöglich machten.
»Es war hart, aber es hat uns etwas Wichtiges gelehrt. Wenn die Lage unsicher wird, sind es die Struktur und das Team, die einen aufrecht halten.«
Frauenförderung
Die berufliche Ausbildung als Grundlage für Emanzipation, Selbstbestimmung und -vertrauen
»Wir unterstützen die Frauen dabei, finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen und sich vor erneutem Menschenhandel zu schützen. Zugleich geben wir ihnen die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen.«
Jeny Pokharel, Gründerin „Sasane Sisterhood Trekking & Travels“
Seit 2019 arbeitet das IPD mit dem Tourismusunternehmen "Sasane Sisterhood Trekking & Travels" aus Nepal zusammen.
"Sasane Sisterhood" bildet benachteiligte Frauen, insbesondere Frauen, die Opfer von Gewalt und Menschenhandel geworden sind, zu Touristenführerinnen und im Gastgewerbe aus. In den Trainings eignen sich Frauen die Fertigkeiten eines Trekking-Guides an und lernen die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung mit den Anforderungen der Reisenden in Einklang zu bringen. Die Ausbildung trägt zur sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Emanzipation der Frauen bei.
Das Angebot von "Sasane Sisterhood" umfasst Touren durch Kathmandu, in das Umland mit Blick auf den Himalaya und in das Annapurna-Gebirge.
"Sasane Sisterhood" arbeitet darüber hinaus eng mit ländlichen Gemeinden zusammen, um das Tourismusangebot auszubauen. Ziel ist es, nachhaltige Unternehmen zu gründen sowie Einkommensquellen zu erschließen.
Auf der ITB 2023 wurde das Unternehmen für seine Arbeit mit dem diesjährigen „To Do Award Human Rights in Tourism“ des Studienkreises für Tourismus und Entwicklung e.V. ausgezeichnet.
Mitarbeiterförderung
Die Freude am Fördern: Wie weibliche Führungskräfte Potenziale entdecken und entwickeln
Mercy Mugure ist eine erfolgreiche Gründerin in Kenia: Mit „Adept Technologies“ hat sie 2006 einen IT- und Digitaldienstleister in Nairobi gegründet. Es wird vom neuen IPD-Team Digitale Services und Produkte beim Matchmaking unterstützt.
Viele der Teammitglieder bei „Adept Technologies“ kommen direkt nach ihrem Studium zum Unternehmen. Das junge Team wird durch Coaching, regelmäßige Check-ins und Feedback unterstützt. Zu sehen, wie sich Menschen weiterentwickeln, ist für Mercy Mugure ebenfalls eine besondere Erfahrung.
»Ich glaube an kontinuierliches Lernen, daran, neugierig zu bleiben und anzuerkennen, dass jeder Mensch Potenzial hat. Ein wichtiger Teil meiner Aufgabe ist es, Menschen dabei zu helfen, dieses Potenzial zu entdecken und zu entfalten.
Ich habe das Privileg, mitzuerleben, wie Menschen ihr erstes stabiles Einkommen erzielen, ausziehen, ein Unternehmen gründen, ihr erstes Auto kaufen, eine Familie gründen, in ihrer Karriere wachsen und schließlich neue Chancen wahrnehmen.«
Mercy Mugure
Gründerin und CEO von „Adept Technologies"
IPD Programm
Women in Global Trade
Das IPD fördert das Empowerment von Unternehmerinnen, indem es ihre besonderen Bedürfnisse berücksichtigt und ihnen hilft, gegen Vorurteile und Benachteiligungen anzukämpfen. Mit dem neu gegründeten Netzwerk „Women in Global Trade“ bringt das IPD Frauen des Export- und Importgeschäfts zusammen. Lesen Sie hier mehr.








